Die praktische Segelflugausbildung ist in drei Abschnitte unterteilt.
Während der ersten Ausbildungsphase lernt der Flugschüler zusammen mit einem Fluglehrer alles Nötige, um ein Segelflugzeug bei unproblematischen Wetterbedingungen sicher in Flugplatznähe zu bewegen. Dabei sind neben der Beherrschung des Flugzeuges natürlich auch die Orientierung in der näheren Umgebung des Flugplatzes und das Erlernen der wichtigsten Regeln des Flugbetriebes wichtige Lernziele in diesem Ausbildungsabschnitt. Abgeschlossen wird dieser Teil der Ausbildung mit den ersten drei Alleinflügen des Flugschülers. Im Allgemeinen fliegen unsere Flugschüler nach ca. 30 bis 40 Starts zum ersten Mal allein. Der Alleinflug findet selbstverständlich auf dem doppelsitzigen Flugzeugmuster statt, auf dem bis dahin in Begleitung des Fluglehrers geübt wurde (ASK13).
In der zweiten Ausbildungsphase werden die fliegerischen Fertigkeiten sowohl im Alleinflug als auch mit Fluglehrer vertieft und erweitert. Zusätzlich Manöver werden einstudiert, es erfolgt in der Regel der Umstieg auf den ersten Einsitzer (KA6) und das Fliegen bei anspruchsvolleren Wetterverhältnissen wird geübt. Außerdem werden die ersten längeren Thermikflüge im Alleinflug gemacht. In dieser Zeit absolviert der Schüler etwa weitere 40 Starts.
Der dritte und letzte Ausbildungsabschnitt dient der Vorbereitung auf die letzte Hürde in der praktischen Ausbildung – den 50-Kilometer-Überlandflug. Dabei werden alle Aspekte der Streckenfliegerei strukturiert trainiert. Dazu gehören unter Anderem die Navigation, Strategie des Streckenfluges, Verbesserung der Thermikflugtechniken und natürlich auch das Trainieren von Anflügen auf Außenlandefelder. Nach intensiver Vorbereitungsphase, in der der Schüler bereits längere Streckflüge zusammen mit einem Fluglehrer aber auch kürzere im Alleinflug absolviert hat, geht es auf zum 50-Kilometer-Flug. Die praktische Ausbildung schließt mit der praktischen Prüfung ab. Dabei macht der Flugschüler – ähnlich wie bei der Fahrprüfung zum Führerschein – Flüge mit einem Prüfer. Bis zum Luftfahrerschein hat der Flugschüler etwa 100 bis 130 Starts absolviert. Er ist bei vielfältigen Wetterbedingungen geflogen, hat mehrere doppel- und einsitzige Segelflugzeugmuster kennen gelernt und durch den Umgang mit erfahrenen Fliegern aus dem Verein viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln können, die über das eigentliche Erlernen des Flug-Handwerkes weit hinausgehen.
Zuletzt aktualisiert am 2010-11-13 von Thomas Gerlach.